2013-2002 / 2001-1994

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Antworten auf Ellens Fragen
Im Rahmen Ihrer Magisterarbeit "Zur Interpretation des malerischen Werks von Leander Kaiser in der Zeit von 1988 bis 2011 anhand ausgewählter Bildbeispiele" legte Ellen Tiefenbacher Kaiser eine Reihe von Fragen vor, die diesen veranlassten, seine gegenwärtige künstlerische Position zu formulieren.
Wien, im Jänner 2013
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LK: Meine Auseinandersetzung mit den Amerikanern war zunächst in den Achzigerjahren durch Eduard Angeli vermittelt, dann, in New York, habe ich die Erfahrung gemacht, das diese Bilder einen neuen Bildraum schaffen, der zwischen Bildfläche und Betrachter liegt und doch als Tiefe des Bildes zugleich wahrgenommen werden kann, und das habe ich dann auch kultiviert. Wie bei Rothko und Newmann ist das auch bei mir an den Reproduktionen nicht zu sehen, man muss schon Originalen in einem Raum von angemessener Größe begegnen, um das zu spüren.

ET: Beim Vergleich Ihres Werks mit dem der Künstlerin Hildegard Stöger gibt es meiner Meinung nach in Raum und Farbe wichtige Parallelen. Würden Sie selbst sagen, dass Sie von Ihr beeinflusst wurden, und wenn ja, wo sehen sie die Berührungspunkte und Unterschiede ihrer Kunst?

LK: Hildegard und ich haben parallel miteinander 1980 und 1981 wieder künstlerisch zu arbeiten begonnen und waren seither immer in gegenseitigem Austausch, das ergibt natürlich eine Menge von Beeinflussungen. Vor allem über Farbe habe ich viel von ihr gelernt. Sie hatte auch von Anfang an ein Gefühl für das Material, für die Verbindung der Bildwirklichkeit mit der Art und Weise, Oberflächen zu gestalten, das mir weitgehend gefehlt hat. Gemeinsam ist uns sicher das, was man gerne das „Traumhafte“ nennt, ich
meine diese Potenz, mit den inneren Bildern der Betrachter zu kommunizieren. Ihr und mir geht es darum Bilder des Menschseins zu entwerfen. Auch das „Freskenhafte“ – die angeschlagene Erinnerung an alte, von der Zeit bearbeitete Fresken – ist eine Gemeinsamkeit. Während aber Hildegard den Raum in die Fläche ausfaltet, arbeite ich mit Fokussierungen, räumlichen Geometrien und zum Teil realistisch konzipierten Umgebungen. Ich denke primär eher dramatisch, Hildegard eher poetisch.

ET: Die Farbigkeit Ihrer Bilder hat oft etwas von Freskenmalerei. Diese Malweise zeigt sich auch bei den Künstlern wie Balthus und Hildegard Stöger. Wie stehen Sie zu diesen Vergleichen und würden Sie sagen, dass Ihre Malerei durch diese Künstler beeinflusst wurde?

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